Porno- und Gewalt-Flatrate für Kinder

Andre 29. Dezember 2009

Porno- und Gewalt-Flatrate für Kinder oder anders gesagt, das Internet. Wenn ich mich an meine Jugend zurück erinnere, dann kam es einem Wunder gleich, wenn man ein „Schmuddelheft“ in die Finger bekam. Diese Hefte sind heutzutage vom Sexgehalt gleichzusetzen mit der aktuellen Zeitschrift Bravo oder dem Vorabendprogramm. Man versuchte samstagabends um 23 Uhr heimlich “Eis am Stiel” oder “Liebesgrüße aus der Lederhose” auf seinem 37cm Zimmerfernseher zu schauen. Wenn ein Freund zufällig einen Action- oder Gewaltfilm wie “Rambo” oder “Missing in Action” (Klassiker mit Chuck Norris) organisiert hatte, dann wurde dieser verschlungen und anschließend heiß diskutiert.

Die Medienwelt hat sich seitdem um 180 Grad gewandelt und es gibt Gewalt-, Horror- und Hardcore-Sex-Filme kostenlos und ohne Registrierung als Flatrate unbegrenzt 24 Stunden am Tag im Internet. Der Zugriff auf diese für Kinder bedenklichen Medien ist einfacher als man denkt. Mit dem richtigen Suchbegriff sind es nur noch ein oder zwei Klicks bis zur Hardcore Online-Videothek. Ein weiterer Klick startet die Streams ohne jegliche Prüfung.

Präsentiert wird den Kindern wie auch den Erwachsenen eine Riesenauswahl an Filmen mit einer Laufzeit zwischen 10 Sekunden und 90 Minuten. Für triebgesteuerte Erwachsene mag das ja eine große Bereicherung Ihres Lebens sein, dass unseren Kindern aber derselbe Zugang ermöglicht wird ist katastrophal. Filme der Genre Horror, Gewalt und Action finden die Kleinen auf zahlreichen Seiten im Netz. Auch hier findet weder eine Registrierung noch eine Alterskontrolle statt. Somit kann sich auch ein Zwölfjähriger Filme wie 300, Sin City oder Zombieland jederzeit auf seinem PC oder Notebook anschauen. Voraussetzung hierfür ist lediglich ein herkömmlicher Internetanschluss.

Aber warum stellen skrupellose Anbieter Hardcore-Streifen gratis für jederman und für jedes Kind ins Netz. Natürlich geht es, wie immer, um das geliebte Geld. Mit den Gratis-Streams locken sie neue Kunden, die ansonsten von einer Registrierung gleich abgeschreckt, die Seite wieder verlassen würden. Jetzt bleiben Sie da und schauen sich die Gratis-Filmchen einmal an. Aufgrund des erhöhten Traffic auf der Seite erhöhen sich die Profite aus geschalteter Werbung, Affiliate-Programmen sowie vom Upgrade auf kostenpflichtige Angebote.

Da man in den nächsten Jahren nicht davon ausgehen kann, dass es effektive Regelungen, Gesetze oder eine länderübergreifende Strafverfolgung zur Bekämpfung solcher Gefahren geben wird, haben Eltern die Aufgabe ihre Kinder vor diesen Gefahren zu schützen. Wie aber kann ein solcher Schutz aussehen? Kostenpflichtige Kinderschutz-Programme wie Kinkon stellen nur eine Teillösung des Problems dar. Für Kinder bis 12 Jahren sind sie sicherlich zu empfehlen, da nur geprüfte Seiten zugänglich sind. Diese Einschränkung ist aber nur bis zu einem bestimmten Alter sinnvoll. Ab ca. 12 Jahren wächst das Know-How der Kinder in Sachen Computer und Internet rapide an. Und da Sie bereits in der Generation Internet groß geworden sind, wird es nicht lange dauern, bis solche Sperren durch Tricks umgangen werden. Solche Sperren behindern zudem die Recherchen, die von Jugendlichen heutzutage in der Schule verlangt werden. Da es also noch keine adäquate Lösung für diese Altersklasse gibt, hilft zurzeit nur das offene Gespräch zwischen Eltern und Jugendlichen, um sie auf die Gefahren hinzuweisen.

Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben